Krajewski, Markus (Hrsg.): Projektemacher. Zur Produktion von Wissen in der Vorform des Scheiterns, Bd. 15 von copyrights, herausgegeben von Dirk Baecker, Berlin: Kulturverlag Kadmos, 2004 

Beiträge u. a. von Markus Krajewski (Über Projektemacherei. Eine Einleitung) und (Die Welt und das Nichts. Projektemacher um 1900); Georg Stanitzek (Der Projektmacher. Projektionen auf eine 'unmögliche' moderne Kategorie); Jörg von Bilavsky (Erkenntnis & Gewinn. Die Projektemacher unter den Alchemisten) Kurzbeschreibung: Der Projektemacher ist eine seltsame Figur, die zu Beginn der Moderne auftaucht. Meyers Großes Konversations-Lexikon von 1908 charakterisiert ihn als jemanden, „der sich im Entwerfen neuer, meist unausführbarer Pläne gefällt.“ Allein das Scheitern scheint demnach das unvermeidliche Ergebnis zu sein. Doch entgegen seinem denkbar schlechten Ruf vermag der Pläneschmied eine besondere Produktivität zu entfalten, um durch seine vermeintlich nur misslingenden Ideen den Fortschritt voranzutreiben und zur Bildung neuen Wissens beizutragen. Dabei zeigt er sich als wagemutiger Luftschiffer oder Konstrukteur von Dampfmaschinen („Windmacher“) ebenso wie in Gestalt des verrückten Bibliothekars oder Karrieristen. Gleichwohl wird deutlich, dass die Projektemacherei keineswegs nur historische Episode bleibt. Denn die Tendenz, zahllose Projekte zu entwerfen, hat an Aktualität schließlich nichts eingebüßt. Der Projektemacher besetzt einen eigentümlichen Schwebezustand, er operiert im epistemologischen „Dazwischen“ der ungesicherten Ordnung und des kanonisierten Wissens. Seine paradoxe Aufgabe besteht darin, das Undenkbare zu behaupten, um das Aussichtslose realisierbar zu machen.

Stekeler-Weithofer, Pirmin (Hrsg) Ein Netz der Wissenschaften?: Wilhelm Ostwalds „Annalen der Naturphilosophie" und die Durchsetzung wissenschaftlicher Paradigmen; Vorträge des Kolloquiums, veranstaltet von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und dem Institut für Philosophie der Universität Leipzig im Oktober 2007. Stuttgart; Leipzig: Hirzel, 2009